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Geschichte

Der „Wagner Michl“ prägt seit 130 Jahren das Ortsbild

Das Kaufhaus Wagner ist eine Gemischtwarenhandlung, ein „Kaufhaus der Vielfalt“ – ein Geschäft, in dem man „alles bekommt“. Solche Geschäfte gehörten bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts zum vertrauten Bild eines Ortes. Heute sind sie fast verschwunden. Das Kaufhaus Wagner aber gibt es noch.

  1. 1891

    Die Gründung

    Am 25. November 1891, „am Tag der heiligen Katharina“, eröffnet der 27-jährige Michael Wagner – ein armer Keuschlersohn, der sich auf einem Stelzfuß fortbewegen musste – in gepachteten Räumen ein Handelsgeschäft, damals „G'wölb“ genannt, in Windisch-Hartmannsdorf. Gründungskapital: 200 Gulden, erspart als Schneidergeselle.

  2. 1892–1914

    Aufbau & Familie

    Michael heiratet die Herrenschneiderin Johanna Ofner, sechs Kinder werden geboren. Das Geschäft führt bald alle notwendigen Waren für Haushalte, Bauernhöfe und Handwerker – von Beleuchtungsmitteln bis zu Arzneien. Eine eigene Schneiderei entsteht, das Warenlager wächst.

  3. 1914–1928

    Weltkrieg & Neubeginn

    Der Erste Weltkrieg zehrt das Warenlager auf, die Inflation macht die Erlöse wertlos. Gebäude und Grundbesitz bleiben zum Glück erhalten. Nach dem Krieg baut die Familie gemeinsam ein neues Warenlager auf. Michael Wagner stirbt 1928.

  4. 1928–1945

    Die zweite Generation

    Der 29-jährige Michael übernimmt das Geschäft, heiratet die Handarbeitslehrerin Maria. Ihrer Begeisterung für Trachtenpflege ist es zu verdanken, dass die Trachtenstoffe seither besonders hervorgehoben werden. Der Zweite Weltkrieg bringt Warenbewirtschaftung und, nach Kriegsende, ein leergeplündertes Geschäft.

  5. 1946

    Wiederaufsperren

    Anfang März 1946 öffnet das Geschäft wieder. Die ersten zwei Ballen Baumwollstoff sind eine Sensation. Mit Zähigkeit, Mut und viel Arbeitseinsatz beginnt ein neuer Aufstieg – nun arbeitet bereits die dritte Generation mit.

  6. 1962–1991

    Wachstum

    Die Geschäftsräume werden mehrfach erweitert (1962, 1966, 1975, 1981, 1991). Neues wie die Selbstbedienung hält Einzug, Bewährtes bleibt erhalten – die historischen Verkaufspulte („Budeln“) sind bis heute bei den Trachtenstoffen im Einsatz. 1964 entsteht das Sgraffito von Erwin Schrotter an der Fassade.

  7. Heute

    3. und 4. Generation

    Richard Michael Wagner und seine Tochter Heidrun führen das Kaufhaus heute gemeinsam. Mit der Spezialabteilung „stilechte Dirndlstoffe“ ist das Kaufhaus Michael Wagner in der ganzen Oststeiermark bekannt und bildet durch die Vielfalt seines Angebots ein eigenes kleines Einkaufszentrum.

Aus dem Archiv

130 Jahre in Bildern

Das Geschäft in Windisch-Hartmannsdorf, historische Aufnahme von 1907
Porträt aus der Familiengeschichte der Wagners
Porträt aus der Familiengeschichte der Wagners

Die Menschen dahinter

Unser Team

Heidrun, im Team seit 1994

Heidrun

im Team seit 1994

Petra, im Team seit 1992

Petra

im Team seit 1992

Michi, im Team seit 2017

Michi

im Team seit 2017

Cristina

im Team seit 2021

Verena

im Team seit 2023

Sibylle

im Team seit 2024

Nathan

im Team seit 2024

Heute wird das Kaufhaus Michael Wagner in 3. und 4. Generation von Richard Michael Wagner & Heidrun Wagner geführt.

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